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Kinderwildnis in Durban

Die Kinderwildnis ist ein gemeinsames Projekt der eThekwini Municipality, des privaten Mädcheninternates Inanda Seminary und der Freien Hansestadt Bremen. Das Grundstück des Inanda Seminary soll eine ökologisch sensible große Grünfläche erhalten, die als Bildungs- und Freizeitanlage für Nutzerinnen und Nutzern aus dem Mädcheninternat und den örtlichen Schulen sowie für weitere interessierte Gruppen der lokalen Bevölkerung weiter entwickelt und verwaltet werden soll. Das Grundstück liegt am Beginn des Flusses Ghoboghobo, der in das uMhlangane Catchment fließt. Damit trägt das Projekt zum Erhalt der Wasserqualität, der Biodiversität, der Müllentsorgung am Fluss sowie zur Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung bei.

Die Entwicklung lehnt sich an das Konzept der Kinderwildnis in Bremen an, einem innerstädtischen offenen Naturraum für Kinder, der von einer NRO betrieben wird. Die Kinderwildnis in Bremen bietet ein frühkindliches Entwicklungsprogramm mit Aktivitäten und Spielen in der freien Natur für Vor- und Grundschulkinder an, damit diese die Chance haben, Natur zu erleben und soziale, körperliche sowie geistige Fähigkeiten zu entwickeln. Das Konzept in Durban wird um die Gruppe der Highschool-Jugendlichen sowie ihrer Bildungs- und Freizeitbedürfnisse erweitert. Bei der Gestaltung des pädagogischen Konzeptes wird die Expertise der Bremer Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich der Umweltbildung herangezogen, z.B. durch kurze Austauschbesuche, längere begleitende Phasen durch Expertinnen und Experten, die bereits im Ruhestand sind (Senior Expert Service) bzw. eine Hospitation der Umweltbildungskraft aus Durban in Bremen.

Spaß mit und in der Natur zu erleben, hilft Kindern - vor allem aus großen und zersiedelten Städten wie Durban - zu erkennen, dass Natur gut tut und wichtig ist. Zudem ist das Wissen vieler Menschen über den biologischen Lebensraum oft unvollständig. Weder Presse, Radio noch Fernsehen ermöglichen das gleiche Erleben wie der direkte Kontakt mit der Natur. Die Umweltbildung zielt darauf ab, diese Lücke mit bewusst entworfenen Aktivitäten in der freien Natur zu füllen. Besonders Kinder im Vorschul- und Grundschulalter sind begeistert von jeglicher Art von Naturerlebnissen, wie auch die Erfahrungen aus dem Bremer Projekt zeigen.

Eine Kinderwildnis ist ein wichtiger, meist fehlender Bereich in urbanen und suburbanen Räumen. Rund um die Privatschule Inanda Seminary bekommen Kinder, besonders aus benachteiligten Stadtteilen in KwaMashu, Durban, die Möglichkeit, sich in der Natur zu bewegen, sie zu erforschen, zu berühren und zu riechen. Die Kinder werden mit natürlichen Materialien aus der Gegend spielen und erhalten die Möglichkeit zum Entdecken und Lernen. Das ganze Gebiet soll ein großer Naturspielplatz mit einem pädagogischen Umweltbildungsangebot werden.

Als eine aktiv genutzte Umweltbildungseinrichtung kann die Kinderwildnis es Kindern ermöglichen, eine emotionale Verbindung zu ihrer natürlichen Umgebung aufzubauen mit dem Ziel, als umweltbewusste Bürgerinnen und Bürger aufzuwachsen. Das frühkindliche Bildungsprogramm und die Bildungsaktivitäten für Jugendliche stellen eine Gelegenheit dar, das Bewusstsein über den Klimawandel zu erhöhen und Menschen dafür zu sensibilisieren, welchen individuellen Beitrag sie leisten können - sowohl in Bezug auf Klimaschutz als auch auf Klimaanpassung.

Mentorship - Workshops

Geplant ist, dass Kinder unterschiedlicher Altersstufen das Gebiet besuchen: Jugendliche aus der weiterführenden Schule Inanda Seminary ebenso wie Grundschulkinder aus umliegenden Schulen. Schülerinnen aus dem Inanda Seminary müssen Punkte in sozialen Fähigkeiten sammeln. Die Kinderwildnis gibt ihnen die Gelegenheit, eigene Workshops mit dem Schwerpunkt auf Umweltthemen, wie z.B. Tiere auf der Wiese oder Leben im Bach, für Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen anzubieten.